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Jun 12
gesendet von: am in General


Als Fachklinik haben wir uns auf die sogenannte geschlechtsspezifische Therapie spezialisiert. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung in der Neuen Rhön, das bedeutet, dass die wesentlichen Therapieangebote wie Gruppentherapie, aber auch Ergotherapie und Sport nach Männern und Frauen getrennt stattfinden. Was die geschlechtsspezifische Therapie noch ausmacht, wie wir sie gewährleisten und warum man überhaupt auf sie zurückgreifen sollte, wollen wir in diesem Beitrag näher erläutern.


Der Ansatz der geschlechtsspezifischen Therapie liegt darin begründet, dass Männer und Frauen bei zahlreichen Störungsbildern unterschiedliche Symptome zeigen und auch anders auf unterschiedliche Therapieansätze reagieren. Auch Auslöser für Suchterkrankungen können unterschiedlich sein, ebenso wie die Verläufe. Hinzu kommt, dass oftmals auch andere psychische Probleme und Störungen vorliegen, die die Suchterkrankung verstärken oder sogar mit eine Ursache dafür sind. Die Therapiebedürfnisse der Patientinnen und Patienten sind demnach häufig sehr verschieden, sodass man neben sozialen und kulturellen auf jeden Fall auch genderspezifische Aspekte bei der Therapie von Suchterkrankungen berücksichtigen sollte.


Frauen sind anders als Männer, greifen meist auch zu anderen Suchtmitteln. „Männer konsumieren beispielsweise deutlich mehr Alkohol als Frauen und sind auch häufiger alkoholabhängig. Medikamentenabhängigkeit dagegen findet man überwiegend bei Frauen", weiß der leitende Arzt unserer Fachklinik, Stefan Werner. Unsere Spezialisierung auf die geschlechtsspezifische Therapie unterstreichen wir zum einen mit eigenen Therapeuten für weibliche und eigene für männliche Patienten, eigene Häuser und vor allem spezielle Rückzugsbereiche sowie Schutzzonen, die eine notwendige Abgrenzung der Geschlechter garantieren. „Häufig gehören auch Erfahrungen von Gewalt und sexuellem Missbrauch in der Kindheit und Jugend oder auch als Erwachsene zu den Ursachen einer Suchterkrankung. Davon sind wesentlich öfter Frauen betroffen, die große Schwierigkeiten haben, solche Themen in gemischten Gruppen anzusprechen", erklärt der leitende Arzt.


Wir geben ihnen in unserer Klinik die Möglichkeit, unter sich zu sein und mithilfe unserer therapeutischen Unterstützung wieder zu einem achtsamen Umgang mit sich selbst zu finden. Das 2002 errichtete Haus Wasserkuppe mit modern eingerichteten Patientenzimmern und eigenen Aufenthaltsräumen dient als Schutzraum und gibt so jederzeit die Möglichkeit zum Rückzug. Kontakt zu männlichen Patienten kann so zum Großteil vermieden werden. Wer diesen dennoch möchte, kann natürlich jederzeit an den gemeinsamen Angeboten und Aktionen teilnehmen, das ist jedem selbst überlassen. Unsere Therapeutinnen gehen darüber hinaus ganz individuell auf typisch weibliche Probleme und Anforderungen ein. „Die Praxis hat gezeigt, dass Suchtmittel bei Frauen häufig dem Stressabbau bei Mehrfachbelastung durch die Rolle als Partnerin, Mutter und im Beruf dienen und eher heimlich konsumiert werden", weiß der leitende Arzt aus Erfahrung. Gemeinsam mit unseren Therapeutinnen erarbeiten die Patientinnen neue Lösungswege, um ein zufriedeneres Leben ohne Suchtmittel möglich machen zu können.


Doch auch auf die speziellen Therapieansprüche der männlichen Patienten gehen wir selbstverständlich individuell ein. Wir wissen, dass gerade in Familien der Vater ebenso eine wichtige Rolle spielt, wie die Mutter. Auch Väter haben die Möglichkeit ihre Therapie mit dem Kind in unserer Klinik zu machen, eine gute Maßnahme, um das, eventuell zuvor durch die Suchtkrankheit verschlechterte Verhältnis zwischen Vater und Kindern zu fördern, zu stärken und neues Vertrauen aufzubauen. Neben den wie bei den weiblichen Patientinnen eingerichteten Schutzräumen, haben wir in unserer Klinik einen Blick, auf typische männliche Probleme und Verhaltensweisen. Mit diesen Problemen kennt sich auch Stefan Werner aus: „Bei Männern geht es oft um Stärke – etwa die Trinkfestigkeit in der Gruppe oder das Nichtzulassen von Gefühlen. Solche Probleme können im geschützten Rahmen einer Männergruppe besser besprochen werden."


Neben den Einzelsitzungen sind auch die Gruppengespräche ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Und auch diese sind bei uns unter dem Aspekt der geschlechtsspezifischen Therapie angelegt, da auch in den Gruppen eine Separierung nach Geschlecht erfolgt. Hier sollen die Patientinnen und Patienten bei Gesprächen mit anderen Gruppenmitgliedern lernen, Vertrauen aufzubauen, die eigene Sucht etwas mehr zu akzeptieren, zu verstehen und offen für ein anderes Verhalten zu werden. So lässt sich gut in der getrennten Gruppe auf den jeweiligen Part eingehen. Zudem ist die Hemm- und Schamschwelle meist deutlich geringer, wenn man nur unter seinem eigenen Geschlecht ist. „Nicht selten haben Patientinnen auch Erfahrungen mit Gewalt und sexuellem Missbrauch durch Männer gemacht. In einer gemischten Gruppe könnte die Anwesenheit des anderen Geschlechts, das vielleicht an den Missbraucher erinnert, sehr belastend sein und Angst machen", beschreibt der Arzt einen wichtigen Grund für die geschlechtsspezifische Therapie. Es gibt also viele Vorteile, die gar nicht häufig genug berücksichtigt werden können. Wir sind überzeugt, dass dieser Therapieansatz für uns als Fachklinik für Suchterkrankungen und für unsere Patientinnen und Patienten genau der richtige ist!




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