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Jun 18


Die Menschen, die als Patienten zu uns in die Neue Rhön kommen, haben harte Zeiten hinter und auf ihrem Weg zurück in ein abstinentes Leben noch viele Baustellen vor sich. In unserer Fachklinik für Suchterkrankungen lernen Sie nach und nach, die Schlaglöcher zu reparieren und Brücken zu bauen – und gewinnen so zunehmend Motivation und Selbstvertrauen.

 


Wir setzen bei unserem Behandlungskonzept auf die Ergotherapie, mit der unsere Patienten die erste wichtige Brücke zu sich selbst und zu einer neu erlebten Freude schlagen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen. Das griechische Wort Ergon bedeutet Werk, Tat, Aktivität oder auch Leistung und besagt in Verbindung mit dem Wort Therapie so viel wie: Gesundung durch Handeln und Arbeiten.

 


Wir haben die Ergotherapie mit zwei Pflichtstunden fest in unseren Wochenplan verankert. Allerdings entscheiden unsere Patienten, womit sie sich in diesen Therapiestunden beschäftigen wollen. Die Auswahl ist sehr vielfältig und knüpft einerseits an bereits bestehende Fähigkeiten der Suchtkranken an, erlaubt den Patienten aber alternativ auch, ganz neue Erfahrungen zu machen. Hierzu lädt auch das offene Atelier ein, das freiwillig besucht werden kann.

 


Unser dreiköpfiges Team bemüht sich, mit jedem Patienten gemeinsam eine passgenaue Aufgabe zu finden, die dann ohne jeden Leistungsdruck mit möglichst viel Freude an der Betätigung umgesetzt werden kann. Durch gezieltes Hinterfragen wird die Wahl einfacher: Wo komme ich her? Was habe ich bisher getan? Wo habe ich vielleicht ein verstecktes Talent? Was könnte mir Spaß machen? Wer immer schon gern mit Holz gearbeitet hat, entdeckt vielleicht diese Fähigkeiten in unserer Werkstatt neu. Anderen gibt die Beschäftigung im Garten die nötige „Erdung" und das gute Gefühl, etwas an der frischen Luft zu tun.

 


Wieder andere sind überrascht, wie kreativ sie mit Farbe gestalten können. Im Sommer kümmern sich einige in der Fahrradwerkstatt um den Fuhrpark der Fachklinik. Und die ehemaligen „Büromenschen" üben sich vielleicht im Umgang mit dem Computer, wo sie ihr Projekt in Angriff nehmen. Ganz wichtig: Der Erfolg eines Vorhabens hängt bei uns nicht von der Perfektion ab, sondern im gelungenen Zusammenspiel von Denken, Fühlen und Handeln. Dabei ist es unseren drei Therapeutinnen wichtig, dass ihre Patienten sich immer nur einer einzigen Aufgabe widmen, die dann auch erst beendet werden muss, bevor etwas Neues begonnen wird.

 


Jedes beendete Vorhaben stärkt das Selbstvertrauen. Die spürbare Freude bei der handwerklichen, kreativen oder auch verantwortungsvollen Aufgabe und die Erfolgserlebnisse vermitteln eine wichtige Botschaft, die den Patienten auch später als wichtiger Ankerpunkt in ihrem selbstbestimmten Leben nach der Therapie dient: Ich kann Freude und Glück durch eine Beschäftigung erleben – ich brauche mein Suchtmittel nicht dafür!

 


Der kleine Kiosk in unserer Fachklinik für Suchtkranke ist übrigens auch solch ein motivierendes Projekt: Unsere Ergotherapeutinnen wählen dafür regelmäßig zwei Patienten aus, die voller Stolz die Verantwortung für den Kiosk übernehmen. Sie bestücken die Regale, führen die Sortimentsliste, kümmern sich um den Kassenbericht und die Inventur. Wie die vielen anderen Angebote trägt auch dieses Projekt zur Überzeugung bei: Ich habe eine wichtige Aufgabe!


 





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