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Okt 9



Eine Sucht prägt und verändert nicht nur das Leben des Suchterkrankten selbst, sondern als logische Konsequenz auch die Leben, die im sozialen Umfeld stattfinden – sprich: Eine Abhängigkeit ist immer auch eine Belastung für jede Art von Beziehung. Freunde, Familie, Kollegen, Partner oder Partnerin. Dabei sind es oft die sozialen Kontakte, die vor, während und nach einer Therapie eine wichtige Basis zur Unterstützung sein können. Wenn Alkoholsucht und Einsamkeit einhergehen, gibt es verschiedene Hintergründe dafür – und auch verschiedene Strategien zur Bewältigung der Einsamkeit, denn einsam sein bedeutet nicht immer automatisch allein sein.
Einsamkeit ist sicherlich ein Faktor, der zu einer Sucht führen kann. Man denke an das klassische „Mut antrinken" gegen Schüchternheit und Angst, das „Frusttrinken" aus Einsamkeit heraus und um schlechte Gefühle zu verdrängen oder das Trinken aus Gruppenzwang – weil man eben eine vermeintliche Einsamkeit fürchtet. Das alles sind psychologische Phänomene, mit welchen der Mensch aus seiner Sozialnatur heraus seine Einsamkeit verhindern will. 

Einsamkeit ist allerdings genauso auch eine Konsequenz, die aus vielen Symptomen einer Sucht resultieren kann. „Lügen, Betrügen, Leugnen", unsere Therapeutin Kira Klüber sieht in vielen typischen Handlungsmustern von Suchterkrankten Risiken, die soziale Beziehungen aufs Spiel setzen. Diese Symptome gehören zu verschiedenen Phasen einer Suchterkrankung dazu. Oft heißt Einsamkeit aber eben nicht nur, völlig allein zu sein, sondern auch, sich im falschen Umfeld zu befinden: „Einige Patienten haben nur Kontakte, die ebenfalls konsumieren", so Klüber.

Ist die Sucht so weit fortgeschritten, dass soziale Beziehungen bis hin zur Einsamkeit stark strapaziert sind, verstärkt dies oft die Leiden des Erkrankten. Letztendlich ist es deshalb jedoch auch oft die Einsamkeit, die Menschen zu einer Therapie führt, stellt Kira Klüber fest: „Einsamkeit kann einen sehr großen Leidensfaktor darstellen." Wie reagiert man etwa, wenn man damit konfrontiert wird, wie sehr man mit der Sucht soziale Beziehungen strapaziert hat? – und je höher der subjektive Leidensdruck, desto eher versuche man, durch Therapie etwas an der Situation zu ändern.

In unserer Fachklinik für Suchterkrankungen bieten wir deshalb gezielt Therapien an, die Lösungen und Strategien dafür vermitteln, Sozialkompetenzen und soziale Beziehungen wieder zu stärken und angemessen mit Konfliktsituationen umzugehen. Außerdem können Angehörige in klärende Therapiegespräche mit eingebunden werden. Wir unterstützen Patienten auch dabei, Kontakt zu Freunden oder Familienmitgliedern aufzunehmen, von denen sie sich während ihrer Suchterkrankung entfernt haben.

Ein stationärer Aufenthalt in einer Fachklinik mag für viele nach noch mehr Einsamkeit oder zumindest Einsamkeitsgefühl klingen – auch dagegen gehen wir von der Neuen Rhön allerdings gezielt an: „Alle Patienten bekommen ihren eigenen Paten, der ihnen alles erklärt und sie über das Gelände führt. Man hat also neben den Therapeuten und Angestellten direkt auch einen Ansprechpartner in der Patientenschaft", erklärt Therapeutin Kira Klüber. Auch in den Basisgruppen arbeiten wir daran, Beziehungen und Vertrauen untereinander zu bilden – denn in starken Teams gemeinsam bewältigt sich die Therapie umso besser. Das gelingt nicht nur in Therapiesitzungen, sondern auch mit gemeinsamen Ausflügen und sozialen Aktivitäten, die wir als Fachklinik unterstützen, planen und durchführen.

Nach der Therapie geht es im besten Fall auch wieder aufwärts mit den sozialen Beziehungen. Idealerweise wurden die engsten Angehörigen auch direkt während der Therapie „mitgenommen" und durch gemeinsame Gespräche am Prozess der Besserung beteiligt. Denn zum einen ist es wichtig, Angehörige nach der Therapie nicht plötzlich vor vollendete Tatsachen zu stellen – sie haben sich immerhin teilweise über lange Zeiträume mit dem Verhalten des Patienten arrangiert. Es gilt also, schon in der Therapie festzuhalten, wie man sich die Abstinenz vorstellt und was alle gemeinsam dafür tun können, dass sie gelingt.



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